Skate-Events in Termin-Harmonie nachgefragt bei Rainer Bosch
 
 
Rainer Bosch. FOTO: ARCHIV 
Seit kurzem gibt es den Verband "Schwabenskate", ein Zusammenschluss von Vereinen und Interessengemeinschaften aus Ulm, Reutlingen, Stuttgart und Gosbach. Bettina Sommer hat sich mit Mitgründer Rainer Bosch aus Gosbach über die Ziele des Verbands unterhalten.
 
· SÜDWEST PRESSE: Wer gehört zum Verband "Schwabenskate"?
 
RAINER BOSCH: Vereine und Interessengemeinschaften aus Ulm, Reutlingen, Stuttgart und die "Friends of Skates" aus Gosbach. Die "Friends of Skates" gehören  zum Verein "Filstal-Skating". Die anderen Mitglieder sind Arbeitskreise beziehungsweise Interessengemeinschaften.
 
· Und was macht der Verband?
 
RAINER BOSCH: Wir wollen füreinander und miteinander werben und uns bei den jeweiligen Events unterstützen. Dabei geht es um die "Blade Night" in Ulm, die "Inline Night" in Reutlingen, das "Thursday  Night Skating" in Stuttgart und das "Filstal-Skating" ab Gosbach. Wir helfen uns mit Personal und Logistik aus und  veröffentlichen Informationen über unsere Events auf der Homepage http://www.filstal-skating.de/schwabenskate.html.Mit dem Interessenverband versuchen wir, Überschneidungen von Events zu vermeiden. Die Veranstalter sollten wenn möglich  kooperieren. Wir möchten keine Konkurrenz aufbauen - Skater sollen an tollen Veranstaltungen teilnehmen können, ohne dass sie sich terminlich zerreißen müssen. Ziel ist, dass wir alle Inline-Veranstalter an einen Tisch bekommen und dass aus vielen Einzelevents eine schöne zusammenhängende Serie wird.
 
· Was haben die Skater - abgesehen von der Terminkoordination - von dem Verband?
 
RAINER BOSCH: Es gibt einen Flyer, den die Skater an den Events abstempeln lassen können. Wer an jedem Event-Ort  einmal teilgenommen hat, kann bei einer Verlosung Inline-Skates gewinnen. Der Flyer liegt bei den Events - zum Beispiel beim Filstal-Skating am kommenden Samstag und man kann sie aus dem Internet herunter laden.
 
Wenn es uns gelingt, die Veranstalter zusammenzubringen, erreichen wir für alle Skater eine bessere Übersicht über alle  Veranstaltungen in Baden-Württemberg - und das Ganze auch noch in "terminlicher Harmonie". Zudem schaffen Eventserien  eine besondere Atmosphäre - vor allem dann, wenn sie für Breitensportler gemacht oder fun-orientiert sind.
 
· Wie stehen die Verbandsmitglieder zum Urteil des Bundesgerichtshofs, nach dem Skater wie Fußgänger behandelt werden sollen?
 
RAINER BOSCH: Weil Skater laut Urteil Gehwege benutzen müssen und reine Radwege und Straßen für sie tabu bleiben,  dürfen sie theoretisch die Schrittgeschwindigkeit auch nicht überschreiten. Diese liegt laut Polizei bei sieben Kilometern in der Stunde. Das ist realitätsfern, denn selbst ein Jogger ist deutlich schneller unterwegs. Leider bedeutet das für die Skater, dass  sie im Falle eines Unfalls die Benachteiligten sind; denn: Wer skatet schon mit Schrittgeschwindigkeit? Dass für Skater nicht alle öffentliche Straßen freigegeben werden können, wie zum Beispiel Bundesstraßen, ist einleuchtend. Insoweit hat das  BGH-Urteil unseres Erachtens in diesem einen Punkt durchaus seine Richtigkeit. Reine Radwege hingegen sollten auf jeden Fall für die Skater frei gegeben werden. Die Radwege bieten die optimalen Voraussetzungen für Skater abseits der öffentlichen Straßen. Derzeit hilft nur eins: Weiterhin rücksichtsvoll und vorausschauend skaten!
 
Erscheinungsdatum: Mittwoch 12.06.2002

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