Home

Selbst aus der Slowakei kommen die Skater

Sechstes Filstal-Skating mit rund 3500 Teilnehmern

Bad Ditzenbach - Besser hätte es kaum laufen können: Nicht zu heiß und kein Regen. Kaum verwunderlich also, dass beim sechsten Filstal-Skating am Samstag wieder rund 3500 Menschen mit von der Partie waren.

VON EVA DÄHNE

Schwungvoll rollt Dieter Maier vor, mustergültig ausgerüstet: Helm, Knie-, Ellenbogen- und Armschoner, hellgelbes Sporthemd - alles dabei. Der 66-Jährige aus Bad Boll ist wahrlich kein Anfänger. Vor 13 Jahren ließ er sich seine Skates von der Schwiegertochter aus den USA mitbringen, weil ihn immer beeindruckt hatte, wie elegant in Kalifornien die Menschen damit durch die Gegend kurvten. Und schließlich: "Wer Schlittschuh fahren kann, tut sich auch mit dem Inlineskaten nicht schwer."

Auf dem Firmenparkplatz, auf dem sich in Bad Ditzenbach-Gosbach die Skater treffen, wird es im Lauf des Samstagnachmittags immer voller. Die bevorstehende Strecke verspricht gepflegtes "Talwärtsrollen": 23 Kilometer durchs sattgrüne Filstal von Gosbach auf der gesperrten Bundesstraße 466 über Geislingen nach Gingen. Während Dieter Maier zum ersten Mal beim Filstal-Skating mit von der Partie ist, sind andere nachgerade erprobte Fans des Ereignisses. Sie komme zum dritten Mal, sagt eine 59-Jährige aus Geislingen. Alles schön geordnet hier, über 20 Kilometer ohne Schlaglöcher, Skaten ohne Verkehr - das hat seinen Reiz. Das Ganze sei kein Rennen, sondern eine Familienveranstaltung, pflichtet ihr ein 38-Jähriger aus Uhingen bei.

Genauso dachte sich das auch Rainer Bosch. Er ist Organisationsleiter und Vorsitzender des Vereins Filstal-Skating und sozusagen Vater der Veranstaltung. Als er anno 2000 den ersten derartigen Lauf organisierte, kamen zwar gerade mal 200 Skater. Doch dem 40-jährigen Familienvater war von Anbeginn klar, dass sich daraus eine Großveranstaltung entwickeln sollte - nicht ohne Botschaft.

"Das Sicherheitsbewusstsein ist durch das Filstal-Skating gewachsen", sagt Bosch, der Wert legt auf Sicherheitsaspekte wie das Helmtragen. Außerdem will der "heimatverbundene" Konstrukteur auf die Schönheit des Filstals aufmerksam machen. Dieses Jahr soll zudem per Unterschriftenliste "Skate for Olympia" untersützt werden - die Aufnahme von Speedskating in den Kreis der olympischen Sportarten. Doch ohne Sponsoren wie die Überkinger AG, die Getränke spendiert, könnte Bosch das für die Teilnehmer kostenlose Großereignis nicht stemmen.

Ein Einzugsgebiet von 300 bis 400 Kilometer hat das Filstal-Skating mittlerweile. Wie sich am Abend zeigt, reicht der Ruf sogar bis in die Slowakei. Dort jedenfalls kommt der 70-jährige Otto Schwarz her, der gleich zwei Pokale erhält - für die weiteste Anfahrt und als ältester Teilnehmer. Und trotz der Masse an Menschen - größere Verletzungen blieben auch diesmal aus. Nicht nur Dieter Maier weiß offensichtlich, dass eine gute Verpackung beim Skaten nie schadet.

Aktualisiert: 06.06.2005, 09:08 Uhr