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2. Gosbacher Filmfestival 2004

Ludwigsburger Filmemacher gewinnen zwei mal Gold  -  Innovationspreis geht nach Weimar und München

„So etwas haben wir noch nie gesehen!“

Die Filmemacher kamen aus ganz Deutschland - Sie alle hofften auf den Ulrich-Schiegg-Filmpreis. Und gleich zwei Produktionen von Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg gewannen einen der begehrten Ulrich-Schiegg-Filmpreise in Gold.

Vom 19. bis 21.11. fanden die nunmehr schon zweiten Gosbacher Filmtage statt.

Das von Filstal-Skating e.V. und der Gosbacher Filmproduktion StudioInFiction in Zusammenarbeit mit dem Musikverein Gosbach veranstaltete Festival fand nicht zuletzt auch durch die gebotene Programmvielfalt eine gute Resonanz beim örtlichen wie überregionalen Publikum. Denn neben über 30 Kurzfilmen wurden auch etliche andere Filme gezeigt.

Unter der Schirmherrschaft von Bad Ditzenbachs Bürgermeister Gerhard Ueding und Organisationsleiter Rainer Bosch kamen Filmemacher aus ganz Deutschland zusammen, um ihre Kurzfilme zu zeigen und auch dem Publikum Rede und Antwort zu stehen und auf einen der - vom Publikum und der Jury gemeinsam vergebenen - Ulrich-Schiegg-Filmpreise in Gold und Silber in einer der Kategorien „Anspruch“, „Action & Thrill“, „Kinderfilm“ und „Sachen zum Lachen“ zu hoffen. Die künstlerische Leitung wurde von Markus Richert übernommen.

Für gleich zwei Ludwigsburger Produktionen erfüllte sich der Wunsch:

Der 3D-Animationsfilm „Annie & Boo“ gewann unter tosendem Applaus nach der Vorführung Gold in der Kategorie „Kinderfilm“.

Die Abschlussproduktion von Johannes Weiland erzählt, wie die 15-jährige Annie zum ersten Mal in ihrem Leben einem echten Zufall begegnet. Der Zufall heißt Boo, und Boo hat noch nie ein Mädchen getroffen …

In der Kategorie „Anspruch“ ging der Ulrich-Schiegg-Preis in Gold an „Der ewige Tag“, eine freie Arbeit des Filmakademie-Studenten Toke Constantin Hebbeln.

Dieser dunkle Schwarzweiß-Film erzählt in schönen und durchkomponierten Bildern eine Geschichte um Hoffnung und Vergänglichkeit, um einen alten Mann und die alte Fabrik.

Besonders lobend erwähnt hat die Jury den Anspruchs-Film „Man hätte winken können“ des Regisseurs Johannes Starke, der an der Weimarer Bauhaus-Universität Mediengestaltung studiert.

„So etwas haben wir noch nie gesehen!“, begründete Armin Vetter, Jurymitlied und Dozent für Filmgestaltung an der Lazi Akademie Esslingen die Entscheidung zum zusätzlich vergebenen Ulrich-Schiegg-Innovationspreis der Jury.

Doch wurde der Preis von der Jury kurzerhand geteilt und ging außerdem an die Müchner Produktion „U 43“. Diese handelt rund um die Besatzung des gleichnamigen U-Bootes und wurde in den Original-Kulissen von Wolfgang Petersens „Das Boot“ in den Bavaria-Studios gedreht.

Die Vergabe begründete Jurymitglied Justus Pankau („Wir Kinder vom Bahnhof Zoo und Tatort“), Stuttgarter Kameramann mit über 50 Jahren Berufserfahrung, mit den Worten „U 43“ sei viel dichter und beklemmender fotografiert als das berühmte Vorbild.

Neben dem szenischen Film haben sich die Festival-Macher aber auch der Förderung der Kombination aus Film und Musik verschrieben: Dem Musikvideo.

Um diesen auch abseits der vom Mainstream geprägten TV-Landschaft eine Plattform bieten zu können, wurden am Sonntag abend vor der feierlichen Preisverleihung ausgewählte Videos gezeigt und das beste kurz darauf mit dem "Sonderpreis Musikvideo" geehrt.

Dieser ging an die schweizer Bluegrass-Band „Handsome Hank and his Lonesome Boys“, die in ihrem von Lauri Trillitzsch und Oliver Kussinger mit aufwendiger Ausstattung inszenierten Video den Buggles-Hit „Video killed the Radiostar“ von 1979 in ihrem ureigenen Stil neu interpretiert haben.

Die Regisseurin Carolin Manz, das dritte Mitglied der Jury, meinte nur: „So muß ein beeindruckendes Musikvideo aussehen, aber ohne die gute Musik wäre auch das Video nur halb so schön.“

Aber es wurden nicht nur deutschsprachige Filme ausgezeichnet:

Die Kategorie „Sachen zum Lachen“ ging komplett ans Ausland.

Gold gewann die Wiener Produktion „Würstelstand“ um zwei Teddybär-Diebe, die nach ihrem Coup Hunger bekommen und in eine Wurstbude einbrechen.

Silber ging an den finnischen, im Originalton mit englischen Untertiteln gezeigten Film „Perkele“, der einem mit tollen Bildern und viel Geduld fürs Detail sehr viel über das Leben und die Menschen im winterlichen Finnland erzählt.

„Gack, Gack“, bereits mehrfach preisgekrönter Zeichentrickfilm (u.a. Prädikat „besonders wertvoll“) des Berliners Olaf Encke konnte auch in Gosbach punkten und gewann den Ulrich-Schiegg-Preis in Gold als bester Film der Kategorie „Action & Thrill“.

Silber ging an den ebenfalls als „besonders wertvoll“ prädikatisierten Film „Tödliche Roman(z)e“ des Kielers Gerald Grote. Ein real gedrehter Film, in dem die Bücher in einem Regal ihr Eigenleben haben und „Madame Bovary“, die enttäuschte Taschenbüchin den beengten Verhältnissen ihrer ehelichen Zweisamkeit entflieht. Doch Ihr Gatte „Felix Krull“ läßt sie durch den schmuddeligen Detektiven „Mike Hammer“ überwachen, dem unglaubliche Erlebnisse bevorstehen...

Der silberne Preis der Kategorie „Anspruch“ ging dann auch wieder in die nähere Umgebung: An den Reutlinger Marcus Schuster und seine Produktion „Am Ende eines Tages“, in der sich ein junger Mann allerhand einfallen lässt, um seine Angebetete dazu zu bewegen, sich im leeren Schnellrestaurant an seinen Tisch zu setzen.

Silber in der Kategorie „Kinderfilm“ erhielt die Müchner Regisseurin Julia Schwarz für ihren Film „Schmetterlinge“, einen Film über Freundschaft, erste Liebe und Verlust.

Hannah und Marie sind beste Freundinnen auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Doch waehrend sich die schuechterne Hannah in einen Klassenkameraden verliebt, wird die lebenslustige Marie schwer krank ...

Die Organisations war mit dem Verlauf des Festivals sehr zufrieden.
Der Termin für die 3. Gosbacher Filmtage wurde für 18.11.-20.11.05 festgelegt.

Bildinfo zum Foto zur Preisverleihung (VLNR):
Oliver Kussinger & Lauri Trillitzsch, Regie "Video killed the Radiostar"; Schirmherr Gerhard Ueding; Die Jury: Carolin Manz, Armin Vetter & Justus Pankau; Markus Richert, Künstlerischer Leiter des Festivals; Julia Schwarz, Regie "Schmetterlinge"; Stephan Schwarz, Producer "U 43
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Foto Dr. Thomas Bitter