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Janina bringt wieder ihre Mama mit Filstal-Skating mit Rekord  GEISLINGEN. Das Filstal-Skating durch den Landkreis Göppingen hat nichts an Attraktivität eingebüßt. Bei der fünften Inlinefahrt auf gesperrten Straßen und auf Radwegen von Gosbach über Geislingen nach Gingen sind gut und gern 3500 Skater auf den Rollen gewesen.
Von Andreas Pflüger
Es ist schon auf den ersten Blick zu erkennen. Janina ist ein echter Profi. Hartplastik an Ellbogen, an Handgelenken und an Knien als Schutz bei etwaigen Stürzen. Doch die neunjährige Esslingerin bewegt sich traumhaft sicher auf ihren acht kleinen Rädern. Bis zum Zielpunkt kommt es bei ihr zu keinem einzigen unfreiwilligen Bodenkontakt. Janinas Mama hat es hingegen erwischt. Bei dem Versuch, an ihrer Tochter dranzubleiben, legt Heidrun Schoch eine unsanfte Landung hin. "Nicht schlimm", sagt sie nur. "Ich konnte ja weiterfahren."
Auch sonst hat es beim fünften Filstal-Skating keine nennenswerten Zwischenfälle gegeben. Nur der Zeitplan geriet ein bisschen durcheinander, was die Organisatoren allerdings eher freute. Der Grund: mehr als 3500 Menschen - alte und junge, kleine und große - haben die 25-Kilometer-Strecke von Gosbach nach Gingen in Angriff genommen. Genauer gesagt: so viele sind an der Gingener Hohensteinhalle angekommen. Denn nachdem in Gosbach nur rund 2000 Inliner gestartet waren, wuchs der Pulk von Ort zu Ort um weitere Laufwillige an.
Rainer Bosch, Organisationsleiter des Filstal-Skating, strahlt bereits an der Geislinger Sternkreuzung übers ganze Gesicht: "Mehr Teilnehmer hatten wir noch nie. Das Wetter ist optimal. Heute passt einfach alles." Entsprechend ist die Stimmung. Nicht nur einmal schwappt die La-Ola-Welle durchs nicht enden wollende Feld. Heiße Rhythmen dröhnen, entsprechend verstärkt, aus dem ein oder anderen batteriebetriebenen CD-Player. Der lange Lauf auf den schmalen Hartgummireifen gerät mancherorts zum eigenwilligen Skate-Tanz.
Völlig losgelöst düst Marcel Konrad die gesperrte B 466 entlang. Das ganze Drumherum bekommt er nur am Rande mit. Er hat seinen eigenen Sound im Ohr. Eine spezielle Musik? "Nein, Radio", meint er lachend. "Ich war gerade eben noch live beim 3:1-Sieg des VfB gegen die Bayern im Daimlerstadion mit dabei." Die Information wird allenthalben mit Schmunzeln aufgenommen, als sich der weit auseinander gezogene Lindwurm wieder zum großen Knäuel verdichtet.
Doch die 30 rollenden Ordner in ihren orangefarbenen Westen haben auch hier nicht allzu viel zu tun. Entspannt gehen sie zu Werke, warten, bis auch die langsameren Skater wieder aufgeschlossen haben. "Wir machen ja kein Rennen", erklärt Gavro Bojkic, der den veranstaltenden Filstälern, zusammen mit zehn Kollegen vom Stuttgarter "Thursday Night Skating", aushilft. "Alle sollen bei uns ja gleichermaßen ihren Spaß haben und das gemeinsame Laufen genießen können", ergänzt Rainer Bosch.
Wem es aber dann doch zu schnell oder zu anstrengend ist, der wartet völlig entspannt auf den Besenwagen der Freiwilligen Feuerwehr Bad Ditzenbach. Dort einzusteigen heißt aber nicht, dass die Tour endgültig beendet wäre. Ausruhen ist ausdrücklich erlaubt. "Wir nehmen die Leute mit, so weit sie wollen, und wenn sie sich erholt haben, dann lassen wir sie wieder raus", sagt Fahrer Michael Ziegelin.
Unterwegs ist der rote Transporter immer wieder gut gefüllt, kurz vor dem Ziel sind alle Insassen zurück auf der Straße. Die letzten Skater nähern sich der Hohensteinhalle. Viele sind erschöpft, manche drehen noch ein paar zusätzliche Kringel. Janina sitzt schon im von den Filstal-Skatern organisierten Omnibus zurück nach Gosbach. "Ich komm nächstes Mal bestimmt wieder", grinst sie frech, "und meine Mama auch." Aktualisiert: 17.05.2004, 06:19 Uhr |