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FILSTAL-SKATING / Am Samstag gings von Gosbach bis nach Gingen
Wie eine riesige Schlange auf Rollen
Die herrliche Landschaft lockt wieder Teilnehmer aus weitem Umkreis an

Aus einem Flugzeug betrachtet, muss er wie eine überdimensionale Schlange
ausgesehen haben: der Zug der Skater, der am Samstag die Bundesstraße
zwischen Gosbach und Geislingen überflutete - und sich dann weiter bis
Gingen erstreckte.

STEFANIE GUTWEIN
Foto: Paul Schwind

RAUM GEISLINGEN

Das Filstal- Skating brachte wieder Fans der sanften Sportart aus nah und
fern zusammen. "Wir fahren oft gemeinsam Inlines. Heute wollen wir
ausprobieren, wie es ist, in einer großen Gruppe zu fahren", sagen Anna und
Sarah. Sie stehen auf dem Gelände vor der Firma M & H in Gosbach, an den
Füßen tragen sie Inlineskates und an den Händen Schutzkleidung. Wie
unzählig andere Skater aus der Region, sind auch sie gekommen, um das
fünfte Filstal- Skating mitzuerleben.

Auf dem großen Platz, dem Sammelpunkt, ist bereits zwei Stunden vor der
Abfahrt reges Treiben. An den Bierbänken stärken sich Teilnehmer mit
Wurst-Wecken, andere binden sich noch einmal ihre Rollschuhe fest.

Der Filstalskating-Verband Bad Ditzenbach-Gosbach, Veranstalter des Events,
hat wieder einen attraktiven Auftakt organisiert. Verlosungen und
Geschicklichkeitsspiele stehen auf dem Programm, Bundestagsabgeordneter
Klaus Riegert eröffnet die Veranstaltung.

Immer mehr Skater rollen auf den Platz, umrunden ihn auf der Suche nach
bekannten Gesichtern. Für viele ist das Filstal-Skating zu einem festen
Termin geworden. Befreundete Familien nehmen gemeinsam teil, während der
Fahrt lösen sich die einzelnen Gruppen auf und neue Bekanntschaften werden
gemacht.

Nur ein sanftes Rauschen

Die jüngeren Teilnehmer fahren sich beim Inline-Slalom warm, die anderen
stellen sich kurz vor dem Start zur Aufwärm-Gymnastik auf. Mit sommerlichen
Klängen animieren Mitarbeiter der WMF-Betriebskrankenkasse die Anwesenden,
sich noch einmal gut zu dehnen und zu strecken.

Kurz nach 16 Uhr dann der Countdown: Start! Der rollende Pulk setzt sich in
Bewegung, zuerst über die holprigen Sträßchen Gosbachs, dann auf die B 466.
Über den glatten Belag der Bundesstraße gleiten die modernen Rollschuhe
besonders gut. Nur ein sanftes Rauschen ist zu hören.

Meist gehts abwärts

Die Skater durchfahren Gosbach, den Straßenrand säumen hier wie auch in den
folgenden Orten winkende und klatschende Schaulustige. Nach der
Ortsausfahrt öffnet sich den Teilnehmern die wunderschöne Landschaft des
Filstals. Dies ist mit ein Grund, weshalb das Filstal-Skating solchen
Erfolg hat, weiß auch Hauptkoordinator Rainer Bosch. Das Naturerlebnis
zieht Inliner-Fans aus bis zu 400 Kilometer Entfernung nach Gosbach.

Es geht immer leicht bergab, sodass das Fahren reiner Genuss ist. Die Menge
verteilt sich so gut, dass der Einzelne ausreichend Platz hat. Alle achten
auf rücksichtsvolle Fahrweise; nur selten kommt es zu riskanten
Überholmanövern. Ordner sind dabei, die Unfälle vermeiden und in
gefährlichen Situationen eingreifen können. Der 25-jährige Thorsten aus
Eybach hat voriges Jahr diese Aufgabe übernommen. Er erinnert sich: "Es
kommt immer wieder zu Stürzen. Aber es gibt kaum Teilnehmer, die sich nicht
an die Regeln halten." Etwa die Regel, auf die vorher besprochenen
Handsignale zu reagieren. Auch diesmal gibt es einige Stürze, die jedoch
dank guter Schutzkleidung glimpflich verlaufen. Zwar prallt die Sonne nicht
vom Himmel wie in den letzten Jahren, doch bis Reichenbach kommt jeder ins
Schwitzen. Dort angekommen, ist Pause und der kostenlose Ausschank von
Mineralwasser willkommen.

Endspurt bis Gingen

Danach steht der anstrengende Teil an. Hinter Hausen geht es bergauf. Die
Gespräche werden weniger, man kommt außer Atem. Für geübtere Skater ist es
ein Leichtes, hinauf zu gleiten. Alle freuen sich schon auf die folgende
Bergab- fahrt: Die Rollen laufen von alleine. Wer ins Schwitzen kam, dem
tut der Fahrtwind nun gut. In Geislingen steigen einige Mitfahrer aus,
andere kommen hinzu. Am Freibad vorbei und über den Fahrradweg geht es im
Endspurt nach Gingen.

Dort wird auf dem Parkplatz vor der Hohensteinhalle die Ankunft gefeiert,
verschiedene Preise werden vergeben. Bei der Prämierung für das beste
Kostüm bekommt die fünfjährige Steffi einen Pokal überreicht; das Mädchen
hat die gesamte Strecke in einem Clown-Kostüm zurückgelegt.

Artikel vom 17.05.2004 aus SÜDWEST AKTIV

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