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26.05.03
 Mit Inlinern auf der Bundesstraße
 
Skatertreffen im Filstal
 
GÖPPINGEN. Einmal im Jahr wird die Bundesstraße 466 zwischen Gosbach und Geislingen gesperrt. Dann gehört die Straße den Inlineskatern. Zur vierten Auflage des Filstalskating am Samstag kamen weit mehr als 3000 Teilnehmer.

Von Klaus Nonnenmacher
Fotos Horst Rudel

Die Strecke des Filstalskating führt von Gosbach über  die B 466 nach Geislingen und von dort auf dem Radweg bis nach Kuchen. Das sind 20 Kilometer, 134 Höhenmeter bergab. Und wie jedes Jahr stießen unterwegs weitere Teilnehmer zu dem Tross, während andere aufgaben. "Die Teilnehmerzahl lässt sich deshalb nur schwer bestimmen, etwa 2000 bis 3000", sagt der Initiator des Filstalskating, Rainer Bosch. Sogar aus Mainz war eine Skaterin gekommen, um einmal ungestört über eine Straße zu rasen.

Dennoch war bei der vierten Auflage einiges anders. Das fing schon mit dem Wetter an. "Bisher sind wir eigentlich immer unterwegs nass geworden", sagt Rainer Bosch. Davon konnte am Samstag keine Rede sein. Strahlender Sonnenschein sorgte bereits vor dem Start in Gosbach bei Slalomwettbewerben und Aufwärmtraining zu lauter Musik für beste Stimmung.

Anders war in diesem Jahr auch die polizeiliche Überwachung der Veranstaltung. Erstmals fuhren zwei Beamte auf Inlinern mit im Pulk. "Wir sind sozusagen aus eigenem Interesse dienstlich hier", erklärt die Polizeibeamtin Michaela Eisele. "Privat wäre ich auch gekommen", sagt sie. Vielleicht sogar noch lieber, denn dann hätte sie die dicke schwarze und sehr warme Polizeiweste nicht tragen müssen. "Aber die Leute  haben alle sehr positiv auf uns reagiert", sagt sie. Eingreifen musste sie ebenso wenig wie die rund 40 Helfer auf Rollen, die  Rainer Bosch als Ordner engagiert hatte. Strafzettel für zu schnelles Skaten gab es auch nicht. "Mir persönlich war das Tempo sogar eher zu langsam", sagt die Polizeibeamtin.

So konnte auch die jüngste Teilnehmerin, die vier Jahre alte Julia, locker die komplette Strecke der Familienveranstaltung  mitfahren. Dass sie kurzfristig schlapp machte, daran war nur eine irrtümliche Taktik am Start schuld. "Bisher fuhr man auf der Straße um Gosbach herum und deshalb haben wir uns am Start dort ganz vorne aufgestellt, weil wir wussten, dass Julia zurückfällt", sagt Karin Bader, die die vierjährige Nachbarstochter mitgenommen hatte.

Um 16.30 Uhr rollte der Tross zwar wie geplant langsam los, allerdings mitten durch den Ort hindurch. "Dadurch waren wir  auf einmal ganz hinten und mussten zwischendurch in den Besenwagen, weil wir zu langsam waren", so Karin Bader. Nach  einem Verpflegungsstopp in Reichenbach, wo die Betriebskrankenkasse der WMF Getränke spendierte, ging es aber von allein weiter.

Anders war auch, dass auf einmal ein Krankenwagen im Einsatz war. Zwischen Hausen und Bad Überkingen kam dem Pulk ein Rettungswagen entgegen. Alle wichen nach rechts aus. Der Notarzt  war aber nicht zu einem Skater unterwegs, sondern Richtung oberes Filstal. Die Sanitäter, die zum Teil mit dem Fahrrad mitfuhren, hatten nichts zu tun. "Vielleicht gab es ein paar Blasen an den Füßen und  kleinere Kratzer, aber nichts Gravierendes", so Bosch.

Höchstens ein Trio am Rande des Hitzschlags war zu vermerken. "Auffallen ist alles", haben sich Ralf, Markus und Sascha gedacht und sich in alte  Faschingskostüme gezwängt, die an einen Vogel Strauß erinnerten. "Ganz schön heiß", jammerten die drei schon vor dem Start, aber der Einsatz wurde belohnt. In Kuchen angekommen, gab es für die drei verschwitzten Skater einen Preis für die originellste Kostümierung.