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26.05.03 Auf Bundesstraßen rollt es sich besser 3000 Sportler am Start des vierten Filstal-Skatings - Veranstaltung für Alt und Jung Bad Ditzenbach, Kreis Göppingen - Vor Komplimenten können sich Eugen, Sasch und Ralf kaum retten: "Gut schaut ihr aus." Auf übliche Sportkleidung wie die knapp 3000 Starter beim Filstal-Skating am Samstag haben die Drei verzichtet. Sie treten die 20-Kilometer-Strecke als Straußenreiter an.
VON BIRGIT KLEIN Fotos B. Kraufmann
Sie steckten gerade mal eine Viertelstunde in dem Kostüm, verrät Eugen lachend kurz vor dem Start im Ditzenbacher Teilort Gosbach. Seine Hüften ziert ein federverzierter Schaumstoffkorpus, an dem rechts und links Jeansbeine baumeln. Die Zügel des Straußenkopfs hält der 25-jährige Gosbacher fest in den Händen. Zwar schränke der Straußenleib die Beinfreiheit etwas ein, wie Eugen gesteht, dafür bietet er aber idealen Schutz im Fall eines Sturzes. "Wird schon hinhauen", meint Eugen gegen 16.30 Uhr.
 Fünf Minuten später, nach der Aufwärmgymnastik, kommt der Tross ins Rollen. Die Ersten haben da schon ihre T-Shirts abgelegt. Bis der Letzte der bunt gemischten Inline-Parade gestartet ist, vergehen nochmals rund fünf Minuten. Organisator Rainer Bosch vergleicht sie mit einer U-Bahn. Auf der Strecke über Geislingen nach Kuchen stießen weitere Inlineskater dazu, erklärt der Gosbacher, der natürlich sel bst mitfährt. Die Idee für den Filstal-Lauf auf vier Rollen stammt von Bosch, der nun schon zum vierten Mal die Veranstaltung organisiert hat. An die 200 ehrenamtliche Helfer gingen ihm dabei zur Hand.
Das Filstal-Skating ist für Bosch eine günstige Gelegenheit, Anstöße zur Gesetzesänderung zu geben. Dass Inliner heute wie Fußgänger behandelt werden, hält er für wenig sinnvoll. Dafür ist der jährliche Samstagnachmittaglauf ideal, um Kontakte zwischen den Generationen zu knüpfen (Bosch: "Das kann derzeit kaum eine andere Sportart.") und um für das Filstal zu werben. Das einprozentige Gefälle sei geradezu ideal zum Skaten, erklärt Bosch.
Das Besondere an dem Skating-Event an der Göppinger Kreisgrenze, das beim ersten Mal 200 Inlineskater und dieses Mal 3000 angelockt hat: Die Strecke ist nicht als Rundkurs angelegt. Busse bringen die Sportler zurück an den Ausgangspunkt. Beim Filstal Skating dürfen die Starter das, was ihnen sonst verboten ist: auf der B 466 mit ihrem "Superbelag" (Bosch) fahren.
Genau das ist es, was auch Bärbel Reismüller aus Ulm an dem Filstal-Lauf so reizt. Das gibt sie schelmisc h lachend aber erst auf Nachfrage zu. Seit vier Jahren steht die 43-Jährige auf Skates. Ihr heute 13-jähriger Sohn Timo hat sie auf den Geschmack gebracht. Die 20-Kilometer-Distanz kommt den beiden gerade recht zum "Warmlaufen". Für Sonntag ist eine 60-Kilometer-Tour am Bodensee geplant. Sicher ist: Den "Besenwagen", mit dem die Feuerwehr müde Inliner einsammelt, sehen die Reismüllers nicht von innen. Dieses Angebot haben die Filstal-Skater bislang immer verschmäht. |