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SPEEDSKATING / Fünf Fahrer aus dem Kreis haben sich der Geschwindigkeit verschrieben
Auf fünf Rollen in rasendem Tempo
Windschatten fahren wie bei den Radsportlern - Auch Rennen in Uhingen geplant

Seit mehreren Jahren sieht man sie schon auf den Straßen sausen, die  Speedskater. Ihr Sport ist eine Mischung aus Kraft, Technik, Sprint und Ausdauer auf fünf Rollen. Auch im Kreis haben sich fünf Aktive der rasanten Sportart verschrieben.
WOLFGANG KARCZEWSKI
 
Auf der Trasse zwischen Göppingen und Schwäbisch Gmünd spulen Michael Wakenhut, Jens Stegmayer und Caspar Schumann (von links) ihr Trainingspensum ab. FOTO: PRIVAT  
Wenn Michael Wakenhut von seinem Sport erzählt, gerät er ins Schwärmen: "Speedskating, das ist Gleiten mit höherer Geschwindigkeit, eine unheimlich schnelle Sportart, die noch dazu ästhetisch aussieht." Gemeinsam mit Jens Stegmayer (Holzhausen/19 Jahre), Caspar Schumann (Gammelshausen/36), Rainer Bosch (Gosbach/38) und Lars Bitzer (Ebersbach/32) ist der Göppinger vom Geschwindigkeits-Virus dieser aufstrebenden  Sportdisziplin infiziert.
 
Bis zu 90 Kilometer pro Stunde rollen die Speedskating-Profis die Hügel bergab, und das lediglich mit fünf Rollen unter den Schuhen. Das ist auch der wesentliche Unterschied zwischen Freizeit-Inlinern und Speedskatern, denn gewöhnlicher Inliner  haben lediglich vier Rollen. Außerdem reichen die zumeist handgefertigten Schuhe der Speedskater geradeso über den Knöchel. Beim schnellsten Rennen der Welt, dem Engadin-Marathon rund um das schweizerische St. Moritz, erreichen die Topfahrer einen Schnitt von 47 km/h. Die gut 42 Kilometer bewältigen sie hier in 53 Minuten.
 
Zeiten, die Wakenhut und Kollegen nicht annähernd erreichen können. Für einen gewöhnlichen Flachmarathon liegt die  Bestzeit des 35-Jährigen bei 1:28 Stunden. Doch der Spaß am Sport und vor allem die Gesundheit sind dem Göppinger  wichtiger als Rekorde. "Lieber heil ins Ziel kommen und ein bisschen bremsen, als alles zu riskieren und dann böse zu stürzen", lautet seine Devise. Dennoch, so Wakenhut, sei Speedskaten weniger gefährlich als beispielsweise Fußball. "Ab und an kommen zwar Stürze vor", sagt er, "doch die gehen meist glimpflich ab." Dafür, dass im Speedskaten vergleichsweise wenig passiert, sorgt die Schutzkleidung der Fahrer. Ohne Helm, Handschoner und Kevlarstrümpfe zum Schutz von Ellbogen und Knien wagen sich nur wenige auf die Asphaltpisten.
 
Auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Göppingen und Schwäbisch Gmünd haben die fünf Fahrer aus dem Kreis ein optimales Trainingsgelände gefunden. Zwei bis drei Mal pro Woche rollen sich Wakenhut und Co. bis zu 35 Kilometer pro  Einheit auf die bevorstehende Saison ein. Gefahren wird wie bei den Radsportlern stets im Windschatten. Saisonstart ist  übrigens am Sonntag in Einhausen bei Frankfurt. Hier tragen die Radprofis ein Rennen aus, während gleichzeitig die Speedskater zu einem Halbmarathon antreten, dem ersten Lauf zur deutschen Rangliste.
 
Im Kreis wird es 2003 wie schon in den vergangenen drei Jahren kein Rennen geben, sieht man einmal vom dritten  Filstal-Skating, einem Gruppenfahren im oberen Filstal am 24. Mai, ab - sehr zum Leidwesen der Kreisfahrer. Schließlich sammelten sie ihre ersten Speedskating-Erfahrungen beim Göppinger Marathon, den es bekanntermaßen seit einiger Zeit  nicht mehr gibt. Im nächsten Jahr plant das Speed-Team Stuttgart, für das Wakenhut, Schumann, Bosch und Bitzer fahren, ein Rennen im Uhinger Industriegebiet "Brühl". Die Genehmigung liege bereits vor, so Wakenhut. Wenn man diese faszinierende Sportart einmal hautnah sieht, ist sich der Göppinger sicher, wird man auch vom Virus angesteckt.   

Erscheinungsdatum: Donnerstag 20.03.2003